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Am Donnerstag, 23.03.2017 um 19.30 wird Dr. Ralf Bleile einen Einblick in die jagdlichen Gebräuche zur Slawenzeit geben. Mit dem Titel „Starigard/Oldenburg und die Beizjagd bei den Westslawen“ wird er eine kritische Betrachtung archäologischer Quellen vornehmen.

Die Jagd mit Hilfe abgerichteter Raubvögel hat eine lange Tradition, vor allem aber war mit ihr gerade im Mittelalter hohes Prestige verbunden. Nicht jeder durfte und konnte sie ausüben und bestimmte Beizvogelarten waren hohen Fürsten vorbehalten.

In der Ausstellung des Oldenburger Wallmuseums findet der aufmerksame Betrachter die Figur eines Falkners mit einem Beizvogel auf dem Arm. Was steckt dahinter? Ist es die Abbildung eines Klischees oder gibt es eindeutige Belege für die Ausübung der Beizjagd auf dieser slawischen Zentralburg? War die Beizjagd überall im westslawischen Raum anzutreffen oder fällt Starigard/Oldenburg ein Sonderstatus zu? Welche Quellen kennen Archäologen überhaupt, anhand derer die Ausübung der Beizjagd dingfest zu machen wäre?

Diesen Fragen stellt sich Dr. Ralf Bleile in seinem Vortrag am 23. März. Im Fokus stehen dabei archäologische Funde der Beizvögel selbst, kleine Schellen, die in der Beizjagd heute als Bells Verwendung finden und Bildquellen, die Hinweise auf die besondere Funktion der Beizjagd in der früh- und hochmittelalterlichen Diplomatie geben können.

Dr. Ralf Bleile ist stellvertretender Direktor im Archäologischen Landesmuseum der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf. Er studierte Ur- und Frühgeschichte sowie Geschichtswissenschaften in Berlin und Greifswald und promovierte im Jahr 2003 in Greifswald. Seine Forschungen zu slawischen Brücken und Burgen sowie zum mittelalterlichen Landschaftswandel in seenreichen Gebieten basierten auf unterwasserarchäologischen Feldforschungen. Heute ist Dr. Bleile in Schleswig auch für die Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen zuständig. Seit vielen Jahren ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Oldenburger Wallmuseums.

„Mit dem Vortrag über die hohe Kunst der Beizjagd in Starigard kann wieder ein Thema mit lokalem und konkretem Bezug angeboten werden“ berichtet der Vorsitzende der Stiftung Torsten Ewers.
Die Veranstaltung findet wieder in den Oldenburger Werkstätten für angepasste Arbeit, Göhler Straße 39-41 statt.