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Am Dienstag, 27.02.2018 um 19.30 lädt die Stiftung Oldenburger Wall Vortrag von Dr. Felix Biermann ein.

„Kaum ein Prozess des frühen Mittelalters wird in der historisch-archäologischen Forschung so kontrovers diskutiert wie die slawische Expansion zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert über weite Teile Mittel-, Süd- und Osteuropas.

Dieser Prozess betraf nicht nur ein gewaltiges Gebiet zwischen Ostsee und Mittelmeer, sondern entfaltete politisch-kulturelle Räume, die bis heute im östlichen Mitteleuropa als Bezugspunkt der kulturellen Identität empfunden werden. Umstritten sind der Ausgangspunkt, die Zeitverhältnisse und die Art und Weise der Ausbreitung: Wanderten ein Wirtschafts- und Kulturmodell, Identitäten, die Sprache oder Gruppen von Menschen? Handelte es sich in erster Linie um Migrationen oder um einen Transfer kultureller Aspekte? Wie gestaltete sich das Verhältnis der frühen Slawen zu den vorhergehenden Bewohnern der jeweiligen Siedlungsgebiete? Da schriftliche Quellen rar sind, spielen archäologische Funde eine zentrale Rolle zur Beleuchtung dieses epochalen Prozesses. Archäologische und naturwissenschaftliche Forschungen tragen zum Verständnis dieses Prozesses bedeutende neue Einsichten bei, gerade auch im Südwesten der Ostsee zwischen Ostholstein und Pommern. Dazu gibt der reich bebilderte Vortrag einen Überblick.“

„Ich denke, dass diese Thematik auch für Oldenburg/Starigard höchst interessant ist und freue mich sehr, dass Dr. Biermann spontan bereit war, uns auch in Oldenburg darüber zu berichten.“ so Torsten Ewers, Stiftung Oldenburger Wall, der diesen Vortrag kürzlich beim überregionalen Treffen der slawisch-wendischen Museen gehört hat.
Dr. Biermann ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und in Oldenburg schon gut bekannt.
Er lehrt an den Universitäten Greifswald und Göttingen und hat noch diverse Gastprofessuren inne. Die Forschungen zur Mittelalterarchäologie im ostmitteleuropäischen Raum mit Bezug auf der slawischen Frühgeschichte sind sein Schwerpunkt.
Die Veranstaltung findet diesmal in den Räumen der KulTour, Göhler Straße 56 statt.